Forschung zur Studiengangentwicklung

Kolloquium am 28.09.2018

Bereits im Mai 2018 haben wir uns zusammen mit Gästen aus der Leuphana Universität Gedanken zur Studiengangentwicklung gemacht. In der gemeinsamen Veranstaltung haben wir anhand eigener Erfahrungen diskutiert, wie Studiengänge, Studienprogramme und Curricula derzeit entwickelt werden und wie dies zu bewerten ist, in welchem Verhältnis formale und inhaltliche Fragen bei der Studiengangentwicklung derzeit stehen und in welchem Verhältnis sie idealerweise stehen könnten, welche Akteure welche Aufgaben bei der Studiengangentwicklung haben und wie sich Prozesse der Kooperation gestalten. Das Forschungskolloquium im September greift diesen Faden direkt auf. Benjamin Klages stellt sein Dissertationsprojekt vor, in welchem er die kooperative Lehrpraxis, exemplarisch in der Entwicklung von Studiengängen und Modulen, untersucht. Das folgende Abstract gibt einen Einblick in die Arbeit, die im Kolloquium präsentiert und diskutiert werden soll. Ziel des Kolloquiums ist es darüber hinaus, ausgehend von den Erkenntnissen und Erfahrungen den oben genannten Faden zu generellen Fragen der Studiengangentwicklung im gemeinsamen Diskurs nochmals aufzugreifen.

 

Abstract

Die Dissertation beschäftigt sich mit der kooperativen Lehrpraxis an Hochschulen und zielt auf eine erziehungswissenschaftlich begründete Analyse der Figurationspraxis hochschulischer Lehrkörper ab. Einen Einblick in relevante Überlegungen findet sich frei zugänglich hier.
Teamteachings, Abstimmungen für Module, Studiengangentwicklungen oder auch studiengangübergreifende Entscheidungen in Gremien akademischer Selbstverwaltung können als beispielhafte Momente kooperativer Lehrpraxis verstanden werden. Passend zu gleichlautenden hochschulpolitischen Forderungen oder empirischen Befunden hinsichtlich der Lehrenden selbst, nimmt die Bedeutung dieser Art Gestaltungstätigkeit von Studienstrukturen zu. Der veränderten Relevanz von Kooperationen im Feld der Hochschullehre, folgte jedoch bis dato keine theoretische Beschreibung dieser Praxis. Üblicherweise werden Lehrende in ihrem Zusammenwirken an der Hochschule als „Loosely Coupled“ beschrieben. Das scheint mittlerweile nur noch einen Teil der institutions- resp. organisationsspezifischen Logiken einzufassen, in der der Aspekt der Kopplung, gegenüber dem Losen im Miteinander, an Gewicht zunimmt. Daher fokussiert diese Arbeit die kooperative Ausgestaltung von Lehre und Studium aus einer wissenssoziologisch-praxeologischen Perspektive. Mittels der Dokumentarischen Methode werden dazu unterschiedliche Formen von Besprechungen Lehrender analysiert, um diese schließlich als feldspezifische Praktiken des Zusammenwirkens einzelner beschreiben und erziehungs-wissenschaftlich diskutieren zu können.