Gabi Reinmann

Studiert habe ich Psychologie – noch das gute alte Diplom, und im Promotionsstudium zudem Empirische Pädagogik und Psycholinguistik an der LMU München.

Wenn ich nochmal studieren könnte, würde ich wieder als Einstieg ein klar strukturiertes Fach wählen, weil das Verstehen einer Disziplin aus meiner Sicht Voraussetzung für Interdisziplinarität ist, die wir nun mal sehr oft vor allem dann brauchen, wenn Wissenschaft auch in die Gesellschaft hineinwirken will und soll.

Im Moment treibt mich wissenschaftlich besonders die Frage um, wie wir eine Hochschuldidaktik in Forschung und Praxis betreiben können, die den vielfältigen Aspekten akademischen Lehrens und Lernens gerecht wird und daher theoretisch, empirisch und normativ gleichermaßen tätig ist.

Mein Weg in die Forschung ist lange von der Sorge geprägt gewesen, nicht „das Richtige“ zu machen. Ich hatte aber immer wieder das Glück, mit Menschen zu tun zu haben, von denen ich gelernt habe, dass nicht zwingend nur das richtig ist, was viele tun.

Wenn ich die Forschung verändern könnte, würde ich als höchstes Ziel Pluralität und die Bereitschaft, voneinander zu lernen, ausrufen, denn methodische Monokulturen sind nicht kompatibel mit dem, was ich unter Wissenschaft verstehe.

Wissenschaftliche Nachwuchsförderung sollte vor allem das selbständige Handeln und kritische Denken fördern, zu Kreativität statt Anpassung ermuntern und auf diesem Wege dazu beitragen, die Zukunft einer Wissenschaft zu sichern, die sich weder manipulieren noch instrumentalisieren lässt.

Am Forschungskolloquium habe ich teilgenommen, um natürlich dabei zu sein, wenn die Teilnehmer/innen ihre Ideen, Einwände, Erfahrungen etc. zu DBR mitbringen, an denen ich sehr interessiert bin.

Die wichtigste Erkenntnis, die ich aus dem Kolloquium mitnehme, lautet: Wir haben noch viel zu tun am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) – oder anders formuliert: Verändernde Forschung wie DBR hat auch am HUL eine Zukunft!

Hochschuldidaktik? Also für mich heißt das vor allem das, was ich im Oktober 2015 in meiner Antrittsvorlesung gesagt habe 🙂
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