Japans Universitäten im Spagat zwischen ,Verberuflichung‘ und ,Elitismus‘

23. Dezember 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

am 31.1.2020 13:00-16:00, HUL, Schlüterstraße 51, R 2001

Dr. Klaus Ruth, Institut Technik und Bildung, Universität Bremen

Das japanische Bildungssystem – insbesondere sein universitärer Zweig – konnte nach dem zweiten Weltkrieg als robust und unangetastet stabil gelten. Dennoch gab es im Bildungs- und Wissenschaftssystem immer wieder Reformen, die versuchten, teilweise eklatante Schwachstellen zu beseitigen. Als eine solche Neuerung lässt sich der Versuch werten, seit Mitte der 1990er Jahre durch die Öffnung des japanischen Wissenschaftssystems nach außen die Anschlussfähigkeit an das globale Wissenschaftssystem sicherzustellen (oder überhaupt erst herzustellen). Im Jahr 2015 aber leitete das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) eine epochale Wende im Bildungs- und Wissenschaftssystem für die nächsten Jahre ein, indem es eine stärkere Verberuflichung von Studiengängen, ein Zurückfahren sozial- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge und eine forcierte Progression des Elitismus umzusetzen ankündigt.

Vor dem Hintergrund der strukturellen und kulturellen Besonderheiten des japanischen Bildungs- und Wissenschaftssystems und angesichts von Globalisierungsherausforderungen, denen sich Japan gegenübersieht, werden die genannten Reformen in ihrer Reichweite und ihren möglichen Auswirkungen zur Diskussion gestellt.

Referent hierfür ist Dr. Klaus Ruth vom Institut Technik und Bildung der Universität Bremen, der seit Jahren intensive Forschungsbeziehungen zu Japan unterhält.

 

Weihnachtspause des HUL – Kolloquiums

28. November 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

Das HUL – Kolloquium fällt im Dezember zu Gunsten von Weihnachtsfeier, Weihnachtsmärkten und Zwischen-den-Tage-Ferien aus.

Der nächste Termin ist am 31. Januar 2020 mit einem Beitrag über die japanischen Universitäten.

Strukturierte Beobachtung und Analyse mehrdimensionaler Prüfungen

25. Oktober 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

Mittwoch, 27.11.2019 | 13:00-16:00, HUL, Raum 2001, Schlüterstraße 51

Prof. Dr. Gerwald Lichtenberg, HAW Hamburg, Fakultät Life Sciences

Strukturierte Beobachtung und Analyse mehrdimensionaler Prüfungen

Prüfungen haben neben der inhaltlichen auch eine taxonomische Dimension, eine dritte können z.B. Varianten der Aufgaben bilden. Im Kolloquium werden die Implikationen dieser Mehrdimensionalität diskutiert: hinsichtlich der Analyse und Konzeption von Prüfungsfragen sowie der Auswertung von Prüfungsergebnissen. Zur Beobachtung des individuellen Lernstands dienen dabei im Rahmen kompetenzorientierter Konzepte Niveaustufenmodelle. Zur Analyse sind neben klassischen Methoden moderne Algorithmen der Tensor-Dekomposition von Interesse, die kurz vorgestellt werden. Diese sind in der Lage, strukturelle Eigenschaften von Prüfungen aus Daten systematisch abzuleiten. In wie weit vom aktuellen Forschungsgebiet „Learning Analytics“ in den nächsten Jahren Fortschritte zu erwarten sind, die auf die Gestaltung der Lehr-Lern-Kultur wesentliche Auswirkungen haben werden, ist Gegenstand der abschließenden Diskussion des Kolloquiums.

Bitte beachten Sie, dass wir von unserem üblichen Freitagstermin auf den Mittwoch gewechselt sind!

Forschungskolloquium – Gestaltung eines digitalen Forschungsraums

28. September 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

25.10.2019 | 13.00-16.00 – HUL, Raum 2018, Schlüterstraße 51

Einblick in die Gestaltung eines digitalen Forschungsraums für Studierende

Das interdisziplinäre Verbundforschungsprojekt Videobasiertes Lernen durch Forschung zur Nachhaltigkeit: Student Crowd Research (SCoRe) nutzt Design-Based Research (DBR) als methodologischen Rahmen, um aufbauend auf der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit einen digitalen Bildungs- und Forschungsraum zu gestalten und Gestaltungsprinzipien für Student Crowd Research zu entwickeln (weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier und hier). Zentraler Teil des DBR-Prozesses ist die Gestaltung, in der – insbesondere in einem frühen Projektstadium – sogenannte Gedankenexperimente eine große Rolle spielen. Die detaillierte Ausarbeitung möglicher Beispielprojekte nutzen wir, um unsere Arbeitsmodells zum Forschungszyklus zu überprüfen, die Schwerpunkte der Teilprojekte (Forschendes Lernen, Videobasiertes Lernen, Lernen und Forschen in der Crowd, Lernen und Forschen zu Nachhaltigkeit) zu integrieren, Herausforderungen zu identifizieren und Ideen für die Ausgestaltung des Forschungsraums zu generieren. Letztere bezieht sich beispielsweise auf die Aufgabenstellungen zur Forschungstätigkeit, die Einbindung von Kollaborationswerkzeugen oder Prozesse der Qualitätssicherung.

Das Kolloquium wollen wir nutzen, um ein aktuelles Beispiel, in dem Studierende den digitalen Bildungs- und Forschungsraum „durchlaufen“, zu diskutieren und Aufgabenstellungen zu testen sowie um noch weitere Perspektiven in den Gestaltungsprozess einzubeziehen.

Lektürekolloquium Thomas Bauer „Die Vereindeutigung der Welt“

26. Juli 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

Im August ist Sommerpause.

27.09.2019 | 13.00-16.00 – HUL, Raum 2001, Schlüterstraße 51

Wir setzen die Tradition eines Lektürekolloquiums im September fort und beschäftigen uns mit den Überlegungen von Thomas Bauer „Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust von Mehrdeutigkeit und Vielfalt“.

Towards a more embedded view on situations in educational research

05. Juli 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

Achtung: Das Kolloquium wird aufgrund der Hitzewelle in das Wintersemester 2019/20 verschoben. Ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben.

There is a strong focus on personal variables in current educational research. Nevertheless, for understanding educational behavior, it is necessary to also take a look at situational variables. Even though the attempt is made again and again to systematize the learning environment and make it measurable, the intensity of the efforts falls far short of that of the description of persons. Additionally, those attempts often ignore research on persons instead of connect both research lines leaving a gap between research on persons and research on situations. One way to close this gap and to analyze situations while maintaining the connection to research on persons, is to use the parallel between person and situation. The goal of the theoretical study is to show what happens when we consistently use the parallelism between person and situation and transfer the principles of research on persons. In order to achieve this goal and to answer the question, we have collected typical principles for the investigation of individuals and applied them to situations. Thus, the principle „we want to make statements about the typical behavior of a person“ can be translated into „we want to make statements about the typical behavior in a situation“. Further principles are transferred and presented in the Forschungskolloquium. The results show that it is worth utilizing the parallelism and transferring principles of research on persons to research on situations.

 

Das nächste Kolloquium findet am 27. 9. 2019 als internes Lektürekolloquium statt. Das HUL wünscht allen eine erholsame Sommerpause.

Internes Kolloquium – Gemeinwohlorientierung und forschendes Lernen

20. Juni 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

05.07.2019 | 13.00-15.00 – HUL, Raum 2001, Schlüterstraße 51

Anna Heudorfer stellt ein Teil ihres Dissertationsprojektes vor:

„Um die didaktische Umsetzung forschenden Lernens zu untersuchen, gibt es unterschiedliche Wege: Kompetenzmessungen und Befragungen sind relativ weit verbreitete Methoden. In meiner Untersuchung habe ich dagegen Lehrveranstaltungen ethnografisch beobachtet, in denen forschendes Lernen in Zusammenarbeit mit universitätsexternen Projektpartnern durchgeführt wurde. Dabei handelte es sich nicht, wie in manchen Fachbereichen üblich, um Unternehmen, sondern um gemeinnützige Organisationen (Vereine etc.) oder öffentliche Institutionen (Schulen). Der Ausgangsfrage meiner Untersuchung war, inwiefern die Gemeinwohlorientierung der Studierenden in solchen Lehrsettings aufgegriffen und durch forschendes Lernen gefördert werden kann. Wie für ethnografische Verfahren nicht untypisch, kam es im Feld zu mehreren Fokusverschiebungen. Im Kolloquium möchte ich erste Ansätze für Themen vorstellen, die sich aus dem Material ergeben und beispielhafte Beobachtungsprotokolle diskutieren.“

Das Kolloquium ist nur für HUL Mitarbeiter geöffnet.

Fallvignetten Forschenden Lernens

12. März 2019 Eileen Lübcke Keine Kommentare

26.04.2019 | 13.00-16.00 – HUL, Raum 2001, Schlüterstraße 51

Dieses Kolloquium möchten wir dafür nutzen, uns mit einem Weiterbildungsinstrument auseinanderzusetzen, das im Rahmen des Projektes FideS-Transfer im Entstehen ist: Fallvignetten.
Fallvignetten sind kurze, stimulierende Situationsbeschreibungen, die einen anregen sollen, sich selbst in die Situation hineinzuversetzen. Von Relevanz ist dabei, dass die geschilderten Situationen inhaltlich möglichst nahe an deren sozialen Wirklichkeiten anschließen  Die im Rahmen des Projektes entstandenen Fallvignetten zielen darauf ab, Lehrende für die Umsetzung von forschendem Lernen mit Studierenden vorzubereiten oder sie darin zu unterstützen. Forschendes Lernen setzt eine besondere Lehrendenrolle voraus und beinhaltet auch sonst viele Belastungen, welche im sonstigen Lehralltag weniger deutlich werden. Die Fallvignetten bieten die Möglichkeit einer ‚inneren Vorbereitung‘ durch eine aktive Reflexion der eigenen Handlungen und entsprechend auch dem Selbstverständnis als Lehrende in den beschriebenen Situationen. Die Datengrundlage für diese Fallvignetten sind zuvor geführte Interviews mit Projektkoordinator_innen zu Projekten forschenden Lernens deutschlandweit.
Im Rahmen des Kolloquiums wird zunächst die Form und Genese unserer Fallvignetten erläutert, anschließend möchten wir uns gemeinsam die bisher entstandenen Vignetten ansehen und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Das Kolloquium leitende Fragen sind: Wie ‚praktisch‘ sind Fallvignetten? Welche Vor- und Nachteile haben sie und in welcher Form können sie am meisten erreichen?

Thesen zur Lehrfreiheit

18. Februar 2019 Mareike Bartels Keine Kommentare

22.02.2019 | 13.00-16.00 – Internes Forschungskolloquium

Freiheit von Forschung und Lehre ist ein hohes Gut an Universitäten. Welche Aspekte dies umfasst, zeigt exemplarisch das Themenheft „Akademische Freiheit. ‚Core Value’ in Forschung, Lehre und Studium“ der Zeitschrift „die hochschule“ aus dem Jahr 2016 (hier). Insbesondere die Lehre sieht sich im Zuge von Bologna und Qualitätspakt Lehre vermehrt sehr verschiedenen Ansprüchen und Wertvorstellungen gegenüber, die nicht immer im Einklang mit einer (durchaus divers interpretierbaren) Lehrfreiheit stehen. Das HUL hat am 21. und 22. Februar 2019 Prof. Dr. Ines Langemeyer vom KIT für einen Dialog über dieses Thema zu Gast. Dieser wird beendet mit einem internen Kolloquium, in dem die bis dahin erarbeiteten Thesen zur Lehrfreiheit im engeren Kreis diskutiert werden.