Kolloquium 23 – Japans Universitäten im Spagat zwischen ,Verberuflichung‘ und ,Elitismus‘ – am 25.5.2018

Das japanische Bildungssystem – insbesondere sein universitärer Zweig – konnte nach dem zweiten Weltkrieg als robust und unangetastet stabil gelten. Dennoch gab es im Bildungs- und Wissenschaftssystem immer wieder Reformen, die versuchten, teilweise eklatante Schwachstellen zu beseitigen. Als eine solche Neuerung lässt sich der Versuch werten, seit Mitte der 1990er Jahre durch die Öffnung des japanischen Wissenschaftssystems nach außen die Anschlussfähigkeit an das globale Wissenschaftssystem sicherzustellen (oder überhaupt erst herzustellen). Im Jahr 2015 aber leitete das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) eine epochale Wende im Bildungs- und Wissenschaftssystem für die nächsten Jahre ein, indem es eine stärkere Verberuflichung von Studiengängen, ein Zurückfahren sozial- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge und eine forcierte Progression des Elitismus umzusetzen ankündigt.

Vor dem Hintergrund der strukturellen und kulturellen Besonderheiten des japanischen Bildungs- und Wissenschaftssystems und angesichts von Globalisierungsherausforderungen, denen sich Japan gegenübersieht, werden die genannten Reformen in ihrer Reichweite und ihren möglichen Auswirkungen zur Diskussion gestellt.

Referent hierfür ist Dr. Klaus Ruth vom Institut Technik und Bildung der Universität Bremen, der seit Jahren intensive Forschungsbeziehungen zu Japan unterhält. Ergänzt wird der Input von Klaus Ruth durch unseren Kollegen Dr. Sebastian Fiedler, der über die radikalen Veränderungen im britischen Hochschulsystem durch die Einführung von hohen Studiengebühren berichtet.

Beide Entwicklungen wollen wir mit Blick auf die deutschen Hochschulen und Universitäten diskutieren.